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Bericht: NGOs steuern Großteil britischer Israel-Proteste

Bericht: NGOs steuern Großteil britischer Israel-Proteste


NGO Monitor sieht hinter vielen Protesten in Großbritannien kein spontanes Graswurzelbild. Der Bericht spricht von vernetzten NGOs, Auslandsfinanzierung und Bezügen zu IRGC, Islamisten, Hamas und Hisbollah.

Bericht: NGOs steuern Großteil britischer Israel-Proteste
Bildnachweis: Kwh1050 / Quelle

Ein neuer Bericht von NGO Monitor stellt die britische Protestwelle gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nach dem 7. Oktober in ein anderes Licht. Was auf Straßen, Plätzen und vor Parlamenten oft als spontane Empörung einer Graswurzelbewegung erscheint, sei nach Darstellung der Organisation in großen Teilen das Ergebnis eines international vernetzten, finanzierten und politisch ausgerichteten NGO Geflechts. Der 129 Seiten umfassende Bericht wurde am Mittwoch im britischen Oberhaus vorgestellt und erhebt einen schwerwiegenden Vorwurf: Anti Israel Proteste in Großbritannien seien nicht nur Ausdruck öffentlicher Meinung, sondern vielfach von Organisationen getragen, die laut NGO Monitor antiwestliche, islamistische und gegen Israel gerichtete Narrative verbreiteten.

Der Kern der Untersuchung ist politisch brisant. NGO Monitor behauptet, rund 80 Prozent der britischen Proteste seien von NGOs organisiert worden. Damit greift der Bericht die verbreitete Vorstellung an, die Demonstrationen seien vor allem spontane Bürgerproteste gewesen. Stattdessen beschreibt er ein Geflecht aus Organisationen, Interessenstrukturen und ausländischen Einflüssen, das nach dem Hamas Massaker7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen vom 7. Oktober schnell und professionell mobilisiert habe. Ziel sei es, ein Bild breiter antiisraelischer Stimmung zu erzeugen und politischen Druck auf Regierungen auszuüben.

Besonders schwer wiegt die Aussage, mindestens 11 von 40 großen Protesten und Mobilisierungskampagnen nach dem 7. Oktober hätten Verbindungen zu extremistischen Organisationen oder zu Funktionären, die mit extremistischen Akteuren zusammengetroffen oder kooperiert hätten. Genannt werden in dem Bericht unter anderem das iranische Regime und die Islamische Revolutionsgarde, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, die Volksfront zur Befreiung Palästinas und die Muslimbruderschaft. Diese Angaben sind Vorwürfe aus dem Bericht und müssen als solche eingeordnet werden. Doch schon ihre Schwere macht deutlich, warum der Vorgang nicht als gewöhnlicher Streit über Demonstrationskultur abgetan werden kann.

NGO Monitor nennt als Beispiele Organisationen wie Friends of Al Aqsa, PalestinePalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen Solidarity Campaign und die Muslim Association of Britain. Der Vorwurf lautet nicht, dass jeder Demonstrant auf britischen Straßen Extremist sei. Das wäre falsch und unfair. Es geht um etwas anderes: Wer organisiert, wer finanziert, wer rahmt, wer liefert Parolen, Bühnen, Kampagnenmaterial, Schulungen, juristische Unterstützung und internationale Anschlussfähigkeit? In modernen Protestbewegungen entscheidet oft nicht der einzelne Teilnehmer über die politische Wirkung, sondern jene Struktur, die aus vielen einzelnen Empörungen eine dauerhafte Kampagne formt.

Genau deshalb ist die Finanzierungsfrage so wichtig. Laut Bericht erhalten 19 der untersuchten Organisationen Unterstützung aus britischen öffentlichen Strukturen, entweder über das Außenministerium oder über steuerliche Begünstigungen wie Gift Aid. Mindestens 11 Organisationen sollen zudem Steuergeld aus anderen Ländern oder internationalen Einrichtungen erhalten haben, darunter den Vereinigten Staaten, Belgien, der Europäischen Kommission, Irland, Norwegen, Schottland, Schweden und der Schweiz. Auch hier gilt: Die Details müssen geprüft werden. Aber die politische Frage ist unausweichlich. Wenn Organisationen mit problematischen Verbindungen öffentliche Vorteile genießen, dann betrifft das nicht nur Israel, sondern die Integrität demokratischer Förderung.

Hinzu kommt laut NGO Monitor, dass mindestens zwei Organisationen, CAGE und Palestine Action, auch über Kryptowährungen Geld einsammeln. Das ist nicht automatisch rechtswidrig. Aber es zeigt, wie schwer Transparenz in einem Feld wird, in dem politische Kampagnen, internationale Netzwerke, Spendenkanäle und radikale Milieus ineinandergreifen können. Gerade deshalb reicht es nicht, bei Protesten nur auf die sichtbare Straße zu schauen. Man muss auch die Strukturen dahinter untersuchen.

Ein weiterer Punkt betrifft junge Menschen. Der Bericht verweist auf Amnesty International UK und ein voll finanziertes Trainingsprogramm namens Rise Up für 16 bis 24 Jährige. Dieses solle junge Menschen im Kampagnenhandwerk stärken und sei laut Darstellung besonders auf das Thema Israel und die palästinensischen Gebiete ausgerichtet. NGO Monitor stellt dies in den Zusammenhang störender Protestformen. Amnesty UK habe ein Gesamteinkommen von rund 24,1 Millionen Pfund und erhalte Mittel von lokalen Einrichtungen. Auch hier ist die entscheidende Frage nicht, ob junge Menschen politisch aktiv sein dürfen. Natürlich dürfen sie das. Die Frage ist, wer sie mit welchen Begriffen, Zielen und Feindbildern politisch ausbildet.

Vorgestellt wurden die Ergebnisse im britischen House of Lords. Anne Herzberg, Rechtsberaterin von NGO Monitor, sprach auf Einladung von Lord Walney, der die Diskussion moderierte. Beteiligt war auch der Jurist Jonathan Hall KC. Der frühere britische Minister Michael Gove steuerte das Nachwort zum Bericht bei. Das verleiht der Veröffentlichung politisches Gewicht. Sie bleibt ein Bericht einer NGO, aber sie wurde nicht irgendwo am Rand veröffentlicht, sondern in einem Zentrum britischer politischer Debatte.

Herzberg formulierte den Vorwurf scharf. Die antiisraelischen Proteste, die seit dem 7. Oktober in der westlichen Welt zu sehen seien, würden als Graswurzelappelle für palästinensische Menschenrechte präsentiert. Tatsächlich seien sie nach Darstellung des Berichts von einem global verbundenen und finanzierten Netzwerk von NGOs organisiert, das PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen der Islamischen Revolutionsgarde, islamistische und antiwestliche Narrative sowie die Beseitigung Israels als Zielbild fördere. Viele dieser Gruppen seien offen mit Hamas und anderen Terrorakteuren verbunden, sagte Herzberg. Regierungen müssten diese Netzwerke untersuchen.

Lord Walney sieht sich durch den Bericht in einer früheren Warnung bestätigt. Es könne nicht richtig sein, dass Organisationen die vollen Vorteile des Gemeinnützigkeitsstatus genössen, während gegen sie ernsthafte Vorwürfe wegen Verbindungen zu Extremismus im Raum stünden. Die Regulierer seien zu oft zu langsam und zu schwach. Gerade dieser Satz trifft einen wunden Punkt westlicher Demokratien. Wer demokratische Freiheiten, Steuerprivilegien und öffentliche Förderstrukturen nutzt, muss auch demokratische Transparenz aushalten.

Für Israel ist dieser Bericht mehr als eine britische Innenangelegenheit. Seit dem 7. Oktober erlebt Israel weltweit eine Kampagne, in der der Angriff der Hamas oft aus dem Blick gerät, während der jüdische Staat als alleiniger Täter inszeniert wird. Auf Demonstrationen werden Parolen gerufen, die nicht Frieden fordern, sondern Israels Existenz infrage stellen. Hamas wird relativiert, Hisbollah ausgeblendet, das iranische Regime verschwindet hinter einem bequemen Opferbild. Wer solche Proteste nur als humanitären Aufschrei beschreibt, verkennt ihre politische Funktion.

Natürlich darf man für Palästinenser demonstrieren. Natürlich darf man Israels Regierung kritisieren. Natürlich darf man über Gaza, humanitäre Hilfe und Kriegsführung streiten. Eine Demokratie muss das aushalten. Aber sie muss nicht naiv sein. Wenn Organisationen mit mutmaßlichen Bezügen zu extremistischen Akteuren Proteste organisieren, wenn öffentliche Gelder in entsprechende Strukturen fließen, wenn junge Menschen in einseitigen Kampagnen geschult werden und wenn der Ruf nach Menschenrechten in die Delegitimierung IsraelsFrom the river to the sea: Die Parole gegen Israels Existenz„From the river to the sea“ bezeichnet das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer. In antiisraelischen Kontexten wird die Parole häufig als Forderung nach einem Palästina anstelle Israels verstanden.Mehr lesen kippt, dann geht es nicht mehr nur um Meinungsfreiheit. Dann geht es um politische Einflussnahme unter dem Schutz moralischer Sprache.

Der Bericht von NGO Monitor kann und muss kritisch gelesen werden. Seine Angaben müssen geprüft, Quellen offengelegt und Gegendarstellungen berücksichtigt werden. Aber er stellt die richtige Frage: Wer steht hinter der Dauermobilisierung gegen Israel? Wer profitiert davon? Wer finanziert sie? Wer bestimmt die Begriffe? Wer sorgt dafür, dass Hamas nach dem 7. Oktober aus der Anklagebank verschwindet und Israel weltweit unter Dauerverdacht gerät?

Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind notwendig. Denn eine offene Gesellschaft darf nicht zulassen, dass radikale Netzwerke sich als harmlose Zivilgesellschaft tarnen. Wer Transparenz fordert, greift nicht das Demonstrationsrecht an. Er schützt es vor Missbrauch.

Für Großbritannien ist der Bericht ein Warnsignal. Für Europa ist er ein Prüfauftrag. Und für Israel ist er eine Bestätigung dessen, was seit Jahren sichtbar ist: Der Kampf gegen den jüdischen Staat wird längst nicht nur mit Raketen, Drohnen und TerrorzellenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen geführt. Er wird auch mit NGOs, Stiftungen, Kampagnen, Schulungen, Fördermitteln und moralisch aufgeladenen Begriffen geführt.

Die Straße gehört in einer Demokratie den Bürgern. Aber die Wahrheit darüber, wer die Lautsprecher aufstellt, wer die Busse bezahlt, wer die Parolen schreibt und wer die Netzwerke knüpft, gehört ebenso zur Demokratie.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Freitag, 10 Juli 2026

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