USA lassen Abbas draußen: Washington nennt Terrorzahlungen und gebrochene ZusagenUSA lassen Abbas draußen: Washington nennt Terrorzahlungen und gebrochene Zusagen
Mahmoud Abbas darf erneut nicht zur UN-Generalversammlung nach New York reisen. Washington wirft PA und PLO vor, Terroristen weiter zu bezahlen, Gewalt zu verherrlichen und zugesagte Reformen nicht umgesetzt zu haben.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Mahmoud Abbas fordert von der internationalen Gemeinschaft Anerkennung, politische Unterstützung und einen palästinensischen Staat. Die Vereinigten Staaten schicken ihm nun zum zweiten Mal in Folge eine deutlich andere Botschaft: Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde erhält kein Visum für die UN-Generalversammlung in New York.
Die Entscheidung ist keine bloße diplomatische Unfreundlichkeit. Das US-Außenministerium begründet die verlängerten Visa-Sanktionen gegen Funktionäre der Palästinensischen Autonomiebehörde und der PLOPLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen ausdrücklich damit, dass beide Organisationen ihre gegenüber Washington eingegangenen Verpflichtungen „erneut“ nicht erfüllt hätten.
Washington nennt dabei vier zentrale Punkte: PA und PLO betrieben den Konflikt gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen über internationale Institutionen wie den Internationalen Strafgerichtshof und den Internationalen Gerichtshof, versuchten direkte Verhandlungen durch einseitige internationale Anerkennung zu umgehen, zahlten weiterhin Gelder an Terroristen und verherrlichten Terrorismus in öffentlichen Äußerungen sowie Schulbüchern.
Damit trifft die amerikanische Begründung einen Punkt, der für Israel seit Jahren zentral ist: Abbas präsentiert sich gegenüber westlichen Regierungen als Partner für Frieden und Reformen, während die von ihm geführten palästinensischen Strukturen nach amerikanischer Einschätzung Verpflichtungen nicht erfüllen, die gerade eine Voraussetzung für diesen politischen Vertrauensvorschuss sein sollten.
Washington glaubt Abbas die Reformgeschichte nicht
Besonders brisant ist der Zeitpunkt der Entscheidung.
Erst am Mittwoch berichtete haOlam über neue Hinweise darauf, dass Abbas’ groß angekündigte Reform des Systems für Gefangene und sogenannte Märtyrer die entscheidende Frage keineswegs erledigt hat. Ein Sprecher der FatahFatah: Von Arafats Kampfbewegung zur erstarrten Machtpartei der PalästinenserFatah ist eine säkular-nationalistische palästinensische Bewegung, die Ende der 1950er Jahre um Jassir Arafat entstand. Sie wurde zur dominierenden Kraft in der PLO und prägt bis heute die Palästinensische Autonomiebehörde.Mehr lesen erklärte offen: „Wir haben die Zahlungen nicht eingestellt.“ Gleichzeitig bestätigt die palästinensische Wahlkommission, dass Gefangene und Verwundete entsprechende staatliche Leistungen weiterhin beziehen können.
Abbas hatte das alte System im Februar 2025 offiziell für abgeschafft erklärt. Gegenüber europäischen Regierungen wurde dies als Reform verkauft: Nicht mehr Haftdauer oder Gefangenenstatus, sondern soziale Bedürftigkeit sollten über Leistungen entscheiden.
Doch genau dieser Darstellung folgt Washington inzwischen ausdrücklich nicht.
In seiner Erklärung vom 16. September spricht das US-Außenministerium nicht von einem historischen Problem, sondern in der Gegenwartsform davon, dass PA und PLO weiterhin Zahlungen an Terroristen leisten. Die Regierung zieht daraus unmittelbar politische Konsequenzen und verlängert die Visa-Sanktionen.
Damit bekommt auch die Debatte über „Pay for SlayPay for Slay: Wie Terror gegen Israelis weiter belohnt wird„Pay for Slay“ ist ein kritischer Begriff für palästinensische Zahlungen an in Israel inhaftierte Täter, freigelassene Gefangene und Familien getöteter Angreifer. Kritiker sehen darin eine Belohnung für Terror gegen Israelis.Mehr lesen“ eine neue Dimension. Es handelt sich nicht mehr nur um einen israelischen Vorwurf gegen Ramallah. Die Regierung der Vereinigten Staaten erklärt gegenüber dem eigenen Kongress, die palästinensische Führung erfülle ihre gesetzlichen und politischen Verpflichtungen weiterhin nicht.
Für Israel ist die Frage alles andere als abstrakt. Unter den Begünstigten solcher Strukturen befinden sich auch Menschen, die Israelis ermordet oder zu ermorden versucht haben beziehungsweise deren Familien. Israel hat deshalb wiederholt Gelder und Vermögenswerte von Empfängern entsprechender Zahlungen beschlagnahmt. haOlam berichtete Ende August über entsprechende Razzien und Beschlagnahmeanordnungen.
Der fundamentale Konflikt bleibt derselbe: Israel versucht, finanzielle Anreize für Terror zu beseitigen. Ramallah versichert dem Westen, das System sei reformiert. Nun erklärt Washington offiziell, die Zahlungen an Terroristen liefen weiter.
Abbas will auf die Weltbühne, die UN sucht einen Umweg
Abbas dürfte dennoch versuchen, seine Botschaft vor der UN zu platzieren.
Die Generalversammlung bereitet nach Informationen der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post erneut eine Abstimmung darüber vor, ihm eine Teilnahme per Video oder aufgezeichneter Ansprache zu ermöglichen. Schon 2025 hatte Washington Abbas die Einreise verweigert. Damals beschlossen 145 Staaten gegen fünf Stimmen bei sechs Enthaltungen eine Sonderregel, durch die er per Video sprechen konnte. Israel und die Vereinigten Staaten stimmten dagegen.
Diese Regel galt ausdrücklich nur für die damalige 80. Sitzungsperiode. Für die 81. Generalversammlung muss deshalb erneut eine Sonderentscheidung getroffen werden.
Das US-Außenministerium lässt gleichzeitig die reguläre palästinensische Vertretung bei den Vereinten Nationen weiterarbeiten. Für Personal der PLO-Beobachtermission besteht eine Ausnahme von den Visa-Sanktionen. Washington sperrt also nicht die palästinensische Präsenz bei der UN insgesamt, sondern sanktioniert bestimmte PA- und PLO-Funktionäre wegen der festgestellten Verstöße.
Israels UN-Botschafter Danny Danon brachte die israelische Sicht auf den Vorgang deutlich auf den Punkt: Abbas könne nicht Terroristen bezahlen, deren Familien belohnen und eine Kultur der Terrorverherrlichung fördern und anschließend überrascht sein, wenn ihm Türen verschlossen würden. „Man kann Terror nicht belohnen und gleichzeitig Legitimität verlangen“, erklärte Danon.
Genau dieser Widerspruch bestimmt die politische Bedeutung der amerikanischen Entscheidung.
Abbas fordert von westlichen Staaten die Anerkennung eines palästinensischen Staates, wirbt für internationale Unterstützung und präsentiert seine Autonomiebehörde als Alternative zur HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen. Gleichzeitig wirft ihm Washington vor, zentrale Verpflichtungen weiterhin nicht einzuhalten, Terroristen finanziell zu unterstützen und Terrorismus in öffentlichen Äußerungen und Schulbüchern zu verherrlichen.
Hinzu kommt die Strategie, den Konflikt mit Israel zunehmend aus direkten Verhandlungen heraus in internationale Gerichte und Organisationen zu verlagern. Auch dies nennt das US-Außenministerium ausdrücklich als Teil der Begründung für die Sanktionen. Washington betrachtet insbesondere Verfahren vor ICC und ICJ sowie die Suche nach einseitiger staatlicher Anerkennung als Verstoß gegen frühere palästinensische Verpflichtungen.
haOlam hatte bereits Ende August berichtet, dass die Trump-Regierung Abbas die UN-Bühne nehmen wollte. Die nun bestätigte Entscheidung zeigt, dass Washington seinen Kurs nicht abgeschwächt hat. Im Gegenteil: Die Sanktionen werden verlängert und ausdrücklich mit dem Scheitern palästinensischer Reformen begründet.
Für Abbas ist das politisch unangenehm. Denn ausgerechnet in dem Moment, in dem er international neue Legitimität für einen palästinensischen Staat einfordert, erklärt einer der wichtigsten westlichen Akteure öffentlich, dass PA und PLO ihre Verpflichtungen erneut nicht erfüllt haben.
Die UN kann Abbas möglicherweise eine Kamera und einen Bildschirm zur Verfügung stellen.
Die amerikanische Botschaft kann sie damit nicht aus der Welt schaffen: Wer internationale Legitimität verlangt, muss nach Auffassung Washingtons zuerst die Verpflichtungen erfüllen, die er selbst übernommen hat.
Autor: Redaktion
Samstag, 19 September 2026